25 Juni 2014

Wider die Dampfplauderei. - Ein nachdenklicher Gedankengang.

Die politische Kultur in unserem Lande durch argumentative Diskurse und eine mit Würde geführte Streitkultur bereichern zu wollen, ist ein nobles sowie notwendiges Ziel. Angst und Bange jedoch wird es mir, wenn zu beobachten ist, wie eine Diskussion aus dem Ruder laufen kann oder kein Teilnehmer der Diskussion bereit ist, die Meinung des anderen zu tolerieren.

Mir liegt daran, etwas zu der Diskussionskultur in und um das soziale Netzwerk Facebook zu sagen, welche in den letzten Wochen eine in meiner Wahrnehmung ungekannte Niveaulosigkeit erreicht hat. Ich werde mich davor hüten Partei zu ergreifen für oder gegen den Diskussionsgegenstand, welcher mir die traurige Notwendigkeit abringt, diesen Artikel zu schreiben. Es bedarf nicht noch eines weiteren Schürens des ohnehin schon brennenden Feuers. Es geht mir darum einmal mehr - wie bereits in meinem vorangegangenen Artikel - darauf hinzuweisen, dass weder die freie Meinungsäußerung, noch die Verschiedenheit der politischen Orientierung, uns das Recht gibt, in unflätiger und mithin beschämender Art miteinander zu streiten. 
Die politische Kultur in unserem Lande durch argumentative Diskurse und eine mit Würde geführte Streitkultur bereichern zu wollen, ist ein nobles sowie notwendiges Ziel. Jedweden Gegenstand und jedwede Entscheidung jedoch zu einem Politikum zu machen, halte ich für gefährlich. Die Debatte auf welche ich mich beziehe, zeigt in herausragender Art und Weise, welch Dampfplauderei und Humbug auf Facebook dadurch Raum gegeben wird. 
Kommentare auf Facebook im Speziellen verleiten dazu, erst seinen Sermon abzuliefern und erst dann über das Geschriebene zu reflektieren. Sie verleiten des weiteren dazu Verkürzungen eines zumeist komplizierten Sachverhaltes zu sein und bedingen somit in Ihrer Verkürzung Missverständnisse, Provokation und Unmut. - Es macht mir Angst zu sehen wie oft wir auf jeder Seite der Debatte von unseren Mitmenschen Toleranz einfordern, die wir selber nicht erbringen wollen und es beschämt mich in welcher Form Menschen, die einen persönlichen Umgang miteinander pflegen, einander beleidigen oder bloßstellen. 
Der Wunsch nach einer neuen politischen Debattenkultur und neuen Grundsätzen für unsere Demokratie werden zum Geschwätz, wenn die Grundsätzlichkeiten eines jeden zivilisierten Zusammenlebens mit Füßen getreten werden. Vandalismus, Radikalismus und Intoleranz sind weder Kavaliersdelikt noch akzeptabel. Wer seinen Standpunkt nicht argumentativ und ohne böses Blut zur Sprache bringen kann, sollte sich besser zurückhalten. Denn sei die Idee dahinter noch so nobel: Am Ende schaden sie der Diskussionskultur und unserer Demokratie.


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