06 Februar 2012

Die zweite Tafelrunde - Zwei Schülerinnen unterstützen die Hamburger Tafel.

Zwei Hamburger Schülerinnen zeigen soziales Engagment und unterstützen mit "Bring a Can - because you can" die Hamburger Tafel. Eine Lehrerin übersetzte die Aktion so: "Think global, act local"


Fast die Hälfte unserer Lebensmittel landet auf dem Müll. Das ist spätestens seit dem Buch "Die Essensvernichter" von Stefan Kreutzberger und Valentin Thurn kein Geheimnis mehr und dennoch ist es eine schockierende Tatsache. Während es in Deutschland geschätzt 300.000 Obdachlose gibt, die sich nicht ausreichend mit Lebensmitteln versorgen können, werfen die meisten Deutschen ihre Lebensmittel achtlos weg. Dies hat mehrere Gründe, die in dem Buch von Kreutzberger/Thurn eingehend erläutert werden. Unter anderem werfen viele Lebensmittel weg deren Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten wurde - das ist allerdings noch lange kein Grund! Erst vor wenigen Tagen hat ein Mann 62 Jahre alten Gänseschmalz verspeist. Zugeben: das ist auch ein spezieller Fall. - Eine Hilfsmaßnahme, die sich in Deutschland allerdings immer mehr durchsetzt und Obdachlosen die Möglichkeit einer warmen Mahlzeit gibt, sind die so genannten "Tafeln". Zurzeit sind das etwa 880 Stück. Diese sammeln laut eigenen Angaben "überschüssige, aber qualitativ einwandfreie" Lebensmittel. Wer eine Deutsche Tafel unterstützen möchte, der kann es auf dem klassischen Wege mit einer Geld- oder Lebensmittel- beziehungsweise Sachspende versuchen oder aber einen innovativen und aktiven Weg zur Unterstützung der Tafeln wählen. - An meinem Gymnasium, dem Gymnasium Hochrad in Hamburg-Othmarschen, sind zwei Schülerinnen aus dem Abiturjahrgang 2012 diesen Weg gegangen. Die Aktion "Bring a Can - because you can" wurde von den Schülerinnen Maria Altamirano (18) und Antonia "Noni" Schmidt (17) zwischen dem 21.November und 02.Dezember 2011 erstmalig ausgerufen und sammelte innerhalb dieses Zeitraums über 350 Dosen. Die Dosen enthielten alles, was man an Lebensmitteln in eine Dose packen kann: Eintöpfe, Mais, Rote Beete oder Gulasch. In jeder Pause konnten Schüler die Dosen abgeben und darauf hoffen, dass sie mit jeder fünfzigsten Dose einen kleinen Preis gewönnen. Alle 350 Dosen gingen ohne Umwege direkt an die "Hamburger Tafel". Auf der Internetseite http://bringacan.de/ konnte und kann sich jeder Unterstützer und Interessent weiter über die Aktion, ihr Ziel und ihre Erfolge informieren. Ein lokales Medienecho (Hamburger Abendblatt, Elbe Wochenblatt u.a.) und der Erfolg der ersten Aktion ließen in Maria Altamirano und Antonia Schmidt die Idee aufkeimen die "Bring a Can"-Aktion ein weiteres Mal durchzuführen. Zwischen dem 16.03.2012 und dem 05.04.2012 findet die zweite Tafel-Runde statt. Kleine Änderungen (es wird nicht mehr einzeln, sondern klassenweise gespendet) sind der Internetseite zu entnehmen. -
Es gibt viele soziale Projekte in Deutschland - und viele werden verdientermaßen mit Preisen ausgezeichnet, doch zwei Schülerinnen, die neben dem Abitur Zeit für ein solch großes soziales Engagment finden und eine Idee, die sie in Lateinamerika kennenlernten, für Hamburg adaptierten, verdienen es ebenso sich Gehör verschaffen zu können und Respekt für ihr Engagment zu erlangen.
Wenn Ihnen die Aktion gefällt, Sie Maria Altamirano und Antonia Schmidt unterstützen oder fördern wollen, können Sie sich über die Internetseite der beiden persönlich an sie wenden.

1 Kommentar:

  1. Super Artikel - gefällt mir sehr gut! Weiter so!

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